Warum erneuerbare Energie

„Wer nichts verändert, wird auch das verlieren, was er bewahren will.“ (Gustav Heinemann)

Mittlerweile ist uns allen bewusst, dass die Änderung unserer Energie-Gewohnheiten unumgänglich – und vor allem – unaufschiebbar geworden ist. Wir leben auf Kosten der Zukunft unserer Kinder und Enkel. Unser derzeitiger Umgang mit Ressourcen und Energie ist nicht zukunftsfähig!

Allein die Stromerzeugung verursacht fast die Hälfte aller CO2-Emmissionen in Deutschland (siehe Grafik).
Dies liegt v.a. daran, dass die heutigen, zentralistischen Großkraftwerke nur ca. 30% der zugeführten Energie tatsächlich in Strom umwandeln – der Rest geht ungenutzt als Abwärme verloren! Konventionelle Kraftwerke – gleich, ob fossil oder atomar – könnte man deshalb ebenso auch als „Wolkenmaschinen“ oder „Flusswasser-Heizungen“ bezeichnen, die „nebenbei auch Strom erzeugen“. Eine Verschwendung unvorstellbaren Ausmaßes, damit unser „Strom aus der Steckdose“ kommt…

„Man kann Probleme nicht mit derselben Denkweise lösen, mit der sie entstanden sind.“ (Albert Einstein)

Deshalb ist ein grundsätzlicher Wandel nötig:

  • Weniger Energie verbrauchen
  • Besser die eingesetzte Energie nutzen
  • Anders Energie erzeugen

Neben dem bewussteren Umgang mit Energie führt an 100% Erneuerbaren Energien kein Weg vorbei. Dieses Ziel sollte so schnell wie möglich realisiert werden. Dies ist eine Grundvorausetzung, damit wir und unsere nachfolgenden Generationen handlungsfähig bleiben.

Dieses Ziel ist möglich! Bereits heute liegt der Anteil an erneuerbaren Energien im Strommix bei ca. 15% (2008) und soll bis 2020 nach Hochrechnungen des Bundesumweltministeriums auf ca. 50% steigen.

Windkraft bietet unter allen erneuerbaren Energien mittelfristig ein sehr großes Potential. Windkraft…

  • kann am schnellsten ausgebaut werden
  • kann an geeigneten Standorten, die es auch bei uns genügend gibt, sehr viel Energie erzeugen – nur eine moderne Anlage mit ca. 2 MW installierter Leistung liefert dabei ca. 4.500.000 kwh Strom im Jahr und kann damit mengenmäßig ca. 1.500 Haushalte versorgen! Das heißt: In der Gemeinde Freudenberg könnte mit 2 Windrädern mehr Strom pro Jahr erzeugt werden, als alle ca. 4.500 Einwohner zusammen im Jahr verbrauchen!
  • hat den geringsten Flächenverbrauch – Fundament incl. Kranstellfläche benötigen nur ca. 2.000 m2 je Anlage
  • hat dabei die größte Leistungsdichte – umgerechnet ca. ca. 2.500 kwh „erzeugte Energie“ je „verbrauchtem“ Quadratmeter im Jahr (siehe Grafik rechts)
  • hat nach der Wasserkraft die geringsten Erzeugungskosten – mit nur ca. 9,5 Ct./kwh
  • kann nach Lebensdauer-Ende (ca. 25-35 Jahre) in ca. 2 Wochen völlig rückstandsfrei abgebaut und vollständig recycled oder durch leistungsfähige Neuanlagen ersetzt werden
  • hat bei richtiger Planung keine negativen Einflüsse auf die Umgebung. Man wird die Windräder allerdings sehen; die Entscheidung, ob sie als „Zeichen für Zukunft und Aufbruch“ oder als „Landschaftsverschandelung“ wahrgenommen werden, bleibt dabei jedem selbst überlassen. Klimaschutz ist langfristig der beste Heimatschutz! Wir möchten dabei behutsam, nachhaltig und im Einvernehmen mit der Bevölkerung vorgehen und wenige, effiziente Anlagen an besonders geeigneten Standorten errichten.

Windkraft leistet mittlerweile den größten Beitrag zur Stromerzeugung unter den erneuerbaren Energien in Deutschland. Trotzdem liegt die Zukunft eindeutig im vernünftigen Mix aller erneuerbaren Energien und deren intelligenter Vernetzung – siehe www.kombikraftwerk.de.
Sonne und Wind (wobei Wind ja nichts anderes ist als umgewandelte Sonnenenergie) stehen „unbegrenzt“ zur Verfügung. Biomasse kann bis zur Entwicklung von leistungsfähigen und dezentralen Stromspeichern ebenfalls einen entscheidenden Beitrag leisten.

Ziel aller Überlegungen muss dabei immer die langfristige Nachhaltigkeit sein!

Dem Umstieg auf 100% erneuerbare Energien muss deshalb auch ein tiefgreifender Wandel in der Erzeugungs- und Versorgungsstruktur einhergehen:
Weniger, besser, anders. Und anders bedeutet auch „dezentral“.

Umso mehr ist es notwendig, die Chance vor Ort zu nutzen, die das „Gesetz zum Vorrang erneuerbarer Energien“ (EEG) bietet – weg von zentralen Großkraftwerken, hin zu dezentraler Erzeugung.

Der Strom muss zukünftig „primär in der Fläche“ erzeugt werdem, eben dort, wo er verbraucht wird. Das EEG bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Eigeninitiative, insbesondere für Kommunen! Bei konsequenter Nutzung, intelligenter Vernetzung und gezielter Verbrauchssteuerung hat auch Deutschland genügend Potenzial an Sonne und Wind.
Das Stromnetz übernimmt in dieser neuen, dezentralen Struktur die Aufgabe des zeitweisen überregionalen Ausgleichs von Angebot und Nachfrage und muss dafür auch entsprechend zukunftsfähig gemacht werden. Dies vermeidet große Verluste durch lange Transportwege.

Eine nachhaltige Entwicklung ermöglicht die Energieerzeugung der Zukunft in regionaler Hand:

  • der Kapitalabfluss für Energie aus den Regionen wird gestoppt
  • die Wertschöpfung verbleibt in den Regionen
  • regional verankerte Sozialstrukturen entstehen neu
  • die Umwelt wird regional und überregional entlastet.

…worauf warten wir?

Erfahren Sie hier weitere Informationen; dort haben wir eine Auswahlwahl weiterführender und interessanter Links rund um das Thema „erneuerbare Energien“ zusammengestellt.